Flucht und Vertreibung – Heimatsteine in Lorup neu hergerichtet

Lorup. An den Verlust der Heimat, an Flucht und Vertreibung, aber auch an Neubeginn erinnern die Heimatsteine an der Breddenberger Straße in Lorup. Das 1966 aus Findlingen errichtete Denkmal hat der Bauhof der Gemeinde Lorup nun von Grund auf neu hergerichtet. Besonders beim Heimat-Ring Lorup und dessen Vorsitzendem Hans Schwarte ist die Freude darüber groß.
Schließlich geht das Denkmal auf eine Initiative des früheren Heimat-Ring -Vorsitzenden Hans Meyer-Wellmann zurück. Die Findlinge stehen symbolisch für die Gebiete, aus denen während und nach dem Zweiten Weltkrieg Flüchtlinge und Vertriebene nach Lorup gekommen waren. Ein Stein steht indes für den Hümmling und damit zugleich für das Finden einer neuen Heimat.
Zur Einweihung des Denkmals waren 1966 mehr als 1000 Gäste nach Lorup gekommen, weiß Hans Schwarte und verweist auf die Ausgabe 53/2010 der „Loorper Beldertunscheere“, deren Hauptthema „Flucht und Vertreibung“ ist. In einem ausführlichen Beitrag schildert Schwarte darin die Situation der Flüchtlinge in Lorup, die Schwierigkeiten bei Unterbringung und Versorgung, aber auch die Bereicherung des örtlichen Lebens durch Ankömmlinge, die später in Lorup ihre neue Heimat fanden. Insgesamt hatte allein die Hümmlinggemeinde Lorup 841 Evakuierte, Flüchtlinge und Vertriebene, die B-Soldaten und Kinder aus Verschickungsaktionen nicht mitgezählt, aufzunehmen.
Die Festansprache zur Einweihung des Denkmals am „Tag der Heimat“ am 18. September 1966 hielt der gebürtige Loruper Monsignore Wilhelm Scheperjans. Er war dafür genau der Richtige, denn er war zu der Zeit Pfarrer im Grenzdurchgangslager Friedland und zugleich Bischöflicher Beauftragter für die Siedlungshilfe der Friedland-Caritas. In diesen Funktionen setzte er seine ganze Kraft dafür ein, heimatlos gewordenen Flüchtlingen, besonders aus der früheren Ostzone, einen Neuanfang zu ermöglichen. 26 Gruppensiedlungen mit zusammen 1314 Häusern gehen auf Scheperjans Initiativen zurück.
Das Denkmal in Lorup ist nun wiederhergerichtet worden. Der Bauhof hat ein neues, zu den Findlingen passendes Pflaster verlegt, die in die Findlinge eingemeißelten Inschriften, Symbole und Wappen neu nachgezeichnet und zwei Holzbänke aufgestellt. Seit 1966 pflegt und unterhält die Gemeinde dieses Mahnmal.