Heimat ist ein Prozess ständiger Aneignung

Jubiläumsfeier des Heimatvereins Esterwegen
(Ems-Zeitung vom 31.05.2010)

ra Esterwegen. Drei Tage stand die Gemeinde Esterwegen im Zeichen der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Heimatvereins. Den Auftakt des Jubiläums bildete ein Festkommers mit zahlreichen Ehrengästen aus der Heimatarbeit, Politik, Kirche und Gesellschaft.

Auch eine historische Modenschau gehörte zum Programm des Heimatabends anlässlich des Jubiläums des Esterweger Heimatvereins. Foto: Willy Rave

Auch eine historische Modenschau gehörte zum Programm des Heimatabends anlässlich des Jubiläums des Esterweger Heimatvereins. Foto: Willy Rave

In einem kurzen Rückblick auf die vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte unterstrich der Vorsitzende Hermann Többen, der seit 24 Jahren als Nachfolger von Heinrich Meibers den Heimatverein leitet, dass man mit 22 Mitgliedern begonnen habe und heute 200 Angehörige zähle. Als sichtbare Spuren der erfolgreichen Arbeit bezeichnete er das auf dem Brink errichtete Heimathaus und das Backhaus. In Planung befinde sich eine Ausstellungsscheune.

Auf weitere Aktivitäten ging Többen mit dem Hinweis auf die 128 Seiten starke Festschrift ein. Dank zollte er dem Autorenteam, zu dem unter anderen der aus Esterwegen stammende Martin Westermann, der seine Diplomarbeit zum Thema „Charakter einer Landschaft – Unterwegs in Esterwegen“ geschrieben hat, und Rektor Georg Grewe zählen.

Die Leiterin der Volkstanz- und Trachtengruppe, Elisabeth Lüken, erinnerte daran, dass diese vor 25 Jahren von Tini Többen ins Leben gerufene Formation ebenfalls ihr silbernes Jubiläum feiern könne. Mit dem Ehepaar Hans und Leni Jansen ehrten Többen und Lüken zwei „Urgesteine“ des Vereins, die sich seit der Gründung sowohl im großen Verein als auch in der Tanzgruppe in hervorragender Weise engagieren.

Seit der Gründung des Heimatvereins sind Hans und Leni Jansen (von links) bei allen Veranstaltungen dabei. Vorsitzender Hermann Többen und die Leiterin der Tanzgruppe, Elisabeth Lüken, überreichten eine Anerkennung.

Seit der Gründung des Heimatvereins sind Hans und Leni Jansen (von links) bei allen Veranstaltungen dabei. Vorsitzender Hermann Többen und die Leiterin der Tanzgruppe, Elisabeth Lüken, überreichten eine Anerkennung.

Der Geschäftsführer des Emsländischen Heimatbundes, Josef Grave, zitierte in seinem Festvortrag den Oldenburger Landeshistoriker Heinrich Schmidt: „Heimat ist Gegenwart“. So sei „Heimat ein Prozess ständiger Aneignung“. Gerade in heutiger Zeit, so Grave, sei der Begriff Heimat von großer Bedeutung. Um Heimat aber „leben“ zu können, sei das Wissen über die Region und den Wohnort und um deren Geschichte notwendig. Und ebenso die Bereitschaft, sich für den Erhalt und die positive Entwicklung der Lebensbedingungen einzusetzen.

Unter den zahlreichen Gratulanten, die dem Esterweger Heimatverein eine gute Zukunft wünschten, waren Justizminister Bernd Busemann und die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann, der Geschäftsführer des Kreisheimatvereins Aschendorf-Hümmling Hans Albers, Schirmherr Bürgermeister Hermann Willenborg, der Vorsitzende des Niederdeutschen Heimatbundes „De Spieker“ Erhard Brüchert und die Geistlichen Pater Josef Danne und Uwe Hill, der in seinem Glückwunsch das Bemühen des Vereins, Neubürgern eine neue Heimat zu geben, hervorhob. Die Damen der Tanzgruppe und die Gitarrengruppe der Musikschule Breer gaben dem Kommersabend einen schwung- und klangvollen Rahmen. Am Samstagabend versammelte sich die Gemeinde zu einem plattdeutschen Gottesdienst mit Pfarrer Karl-Heinz Santel. Danach stand ein Heimatabend mit Volkstänzen, Vorträgen und einer historischen Modenschau auf dem Programm.