Rastdorfer Autorin und Heimatfreundin Thekla Brinker erhält Verdienstkreuz

Auszeichnung für Thekla Brinker: Unser Bild zeigt bei der Feierstunde zur Verleihung des Verdienstkreuzes im Rastdorfer Heimathaus (von links) Franz und Thekla Brinker sowie Landrat Reinhard Winter. Foto: Klaus Dieckmann

Auszeichnung für Thekla Brinker: Unser Bild zeigt bei der Feierstunde zur Verleihung des Verdienstkreuzes im Rastdorfer Heimathaus (von links) Franz und Thekla Brinker sowie Landrat Reinhard Winter. Foto: Klaus Dieckmann

Rastdorf. In Anerkennung ihres kulturellen und regionalgeschichtlichen Wirkens hat das Land Niedersachsen der Rastdorfer Autorin und Heimatfreundin Thekla Brinker (68) das Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens verliehen. Die Auszeichnung überreichte Landrat Reinhard Winter am Dienstag im Rahmen einer Feierstunde im Heimathaus der Hümmlinggemeinde.

Thekla Brinker habe durch ihr großes persönliches Engagement „ein Stück Identität für die Menschen auf dem Hümmling gestiftet“, sagte Landrat Winter in seiner Laudatio. Dabei habe sich die 68-Jährige in ihren Schriften auch nicht gescheut, „den Finger in eine Wunde zu legen, die bis heute nicht ganz verheilt ist“. Mit diesen Worten spielte Winter unter anderem auf das plattdeutsche Theaterstück „Kegen dat Vergeeten“ aus dem Jahr 2007 an. Die Aufführungen erbrachten seinerzeit 5000 Euro für den Aufbau der Gedenkstätte in Esterwegen.

Und mit ihrem Dokumentarspiel „Liek moket“ leistete Brinker einen weiteren wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur. In dem Stück thematisiert die Autorin die Zerstörung des Dorfes Wahn zwischen Sögel und Lathen, dessen Bewohner in den Jahren 1938 und 1941 der Erweiterung des damaligen Krupp’schen Schießplatzes weichen mussten.

Zur Reihe der Veröffentlichungen der Autorin zählen unter anderem die beiden Bände der Rastdorfer Heimatchronik (1985 und 2000), die Bücher „Diene Hand in miene Hand“ (1990) und „Warvels in Geel“ (2001) mit Poesie und Prosa sowie die Werke „Unser Hümmling – gestern und heute“ (2009) und „Hümmlinger Leben“ (2011). Hinzu kommen neben den beiden genannten Theaterstücken „Der Bettelpfarrer“ (1997) über das Leben des in Lorup geborenen Monsignore Wilhelm Scheperjans und die „Hümmlingbelder“ (2004), deren Inszenierung 20000 Euro zugunsten der Restaurierung der Hüvener Mühle einbrachte. Über mehrere Jahrzehnte ist Thekla Brinker zudem als Freie Mitarbeiterin der emsländischen Regionalausgaben unserer Zeitung tätig.

Das Schreiben ist allerdings nur eine Seite der 68-Jährigen. So zählte Thekla Brinker zu den maßgeblichen Initiatoren zur Gründung des Rastdorfer Heimatvereins im Jahr 1980, den sie auch über mehrere Jahre als Vorsitzende leitete. Nach wie vor in führender Funktion ist sie auf Dachverbandsebene als stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins Aschendorf-Hümmling tätig.

Ihre Dankesworte zur Verleihung des Verdienstkreuzes verband Thekla Brinker indessen auch mit der Bitte um Erfüllung eines Wunsches, der von verschiedener Seite mehrfach an sie herangetragen worden sei. Vielen Hümmlingern und speziell den Alt-Wahnern sei es ein großes Anliegen, das Dokumentarspiel „Liek moket“ noch einmal zu sehen, und zwar in einer Aufführung auf dem Gelände der Erinnerungsstätte Wahn. Vielleicht, so hoffte Brinker, trage die ihr zuteil gewordene Auszeichnung ja mit ein wenig dazu bei, dass sich weiterer Zuspruch und finanzielle Förderung eröffne, um das Vorhaben zu verwirklichen.