Seltene Ehrung auf Schloss Clemenswerth Rastdorferin Thekla Brinker erhält Heimatplakette

Als Geschenk bekam Thekla Brinker von den Heimatvereinen aus dem nördlichen Emsland eine Bank mit der Aufschrift „Use moije Tied“ für ihren Garten. Das Bild zeigt Karl-Heinz Weber (links), Thekla Brinker, Hans Albers sowie Brinkers Nachfolger als stellvertretender Vorsitzender des Kreisheimatvereins, Hans Grönloh (sitzend). Foto: Nina Brinkmann
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Sögel. Für ihr jahrzehntelanges Engagement um die Heimatarbeit und die besondere Pflege der plattdeutschen Sprache ist Thekla Brinker aus Rastdorf mit der Heimatplakette des Heimatvereins Aschendorf-Hümmling ausgezeichnet worden.
„Unsere Mitgliederversammlung war sich einig, dass es niemand Besseren als dich geben kann, der mit dieser herausragenden Auszeichnung geehrt werden kann“, sagte der Vorsitzende des Heimatvereins Aschendorf-Hümmling, Karl-Heinz Weber zu der 72-Jährigen in seiner Laudatio bei einem Festakt am Mittwoch auf Schloss Clemenswerth in Sögel.
Die Heimatplakette ist eine Ehrenanerkennung für herausragende Verdienste um den Altkreis Aschendorf-Hümmling und wird seit 1978 an Persönlichkeiten vergeben, die sich nachhaltig in spürbarer Art um das nördliche Emsland verdient gemacht haben. Brinker ist erst die Achte, die diese Auszeichnung erhält. Zuletzt wurde die Plakette 2013 Gerhard Raming-Freesen verliehen.

In seiner Laudation ging Weber auf die vielen Verdienste ein, die die gebürtige Loruperin bisher geleistet hat. Eine schicksalhafte Begegnung habe es schon früh in ihrem Leben mit dem Loruper Heimatforscher Hans Meyer-Wellmann gegeben. Von ihm habe sie ihre Leidenschaft für die Heimatarbeit bekommen. „Die echte Liebe dazu kam schließlich im Jahr 1980, als Thekla mit neun weiteren Heimatinteressierten den Heimatverein Rastdorf ins Leben rief“, sagte Weber. Bis zum Jahr 2002 sei sie dort die Vorsitzende gewesen und habe einige Meilensteine gesetzt, die ihresgleichen suchten. Diesem stimmte auch Rastdorfs Bürgermeister Hans Flüteotte (CDU) zu: „Ohne Theklas Hartnäckigkeit hätten wir nie ein so schönes Heimathaus in unserer Gemeinde bekommen.“ Mittlerweile ist Brinker Ehrenvorsitzende des Vereins. Anschließend war sie mehr als 15 Jahre Ehrenvorsitzende des Dachverbandes und hätte dort die beiden Männer in der Führung, Weber und Hans Albers, mit ihren Ideen auf Trab gehalten.
Bemerkenswerte Verdienste, da waren sich alle Redner von Landtagspräsident Bernd Busemann bis hin zum Geschäftsführer des emsländischen Heimatbundes, Josef Grave, einig, habe die Geehrte besonders im Bereich der plattdeutschen Sprache geleistet. Wieder war es Meyer-Wellmann, der hier wegweisend war und Brinker aufforderte, etwas auf Platt zu schreiben. 1990 wurde ihr erstes Buch unter dem Titel „Diene Hand in miene Hand“ verlegt. „Von da an ging es Schlag auf Schlag“, sagte Weber. Brinker habe etliche Bücher veröffentlicht und Theaterstücke geschrieben, die auch über die Grenzen des Hümmlings hinaus Beachtung gefunden hätten. Das Plattdeutsche, das könne sie „besser als jeder andere hier Anwesende“. Brinker sei es Weber zufolge auch gewesen, die die Idee zum „Plattdeutschen Jahr“ der Heimatvereine gehabt hätte. „Am 10. April treffen wir uns wieder in Sögel, zur Auftaktveranstaltung im Hümmling-Gymnasium“, so Weber.
Im Gegensatz zu vielen anderen Frauen in den 1970er Jahren seien für Brinker nach der Geburt ihrer Kinder Franc und Simone nur Kindererziehung, Haus und Hof nicht genug gewesen. Deshalb sei Brinker 1971 als freie Mitarbeitern in der Redaktion der Ems-Zeitung angefangen und habe dort 42 Jahre lang ihre „Leidenschaft, das Schreiben und Beobachten zum Wohle der Zeitungsleser einsetzen können“, wie Weber weiter sagte. Wenn auch mal abends Termine anstanden, habe ihr Ehemann Franz ihr den Rücken freigehalten.
Wie Weber betonte, habe Brinker durch ihre „bescheidene und liebevolle Art“ dafür gesorgt, dass „ihr“ Hümmling wahrgenommen wird. Durch ihre Bemühungen zum Erhalt der plattdeutschen Sprache habe sie dafür gesorgt, dass sie unvergessen bleibt: „Über deine Bücher und Theaterstücke lebst du weiter“, betonte Weber. Busemann war sich sicher, dass „Thekla diese Auszeichnung einfach verdient hat“.
Die Geehrte selbst hätte mir der Heimatplakette nicht gerechnet: „Dass ich irgendwann mal hier stehe, hätte ich nicht gedacht. Ich hatte einfach immer Freude an der Heimatarbeit und platt habe ich von jung an gerne gesprochen.“

 

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