Vereinsportrait

Heimatverein Aschendorf-Hümmling e.V..
Spuren der Arbeit im nördlichen Emsland überall sichtbar / Dachorganisation für fast 7500 Mitglieder in 34 Vereinen
Der Heimatverein Aschendorf-Hümmling e. V. besteht seit dem 30.01.1951. Damals trafen sich die Heimatfreunde unter der Leitung von August Löning im Gasthof Köbbe, Lathen, um die Heimatarbeit im nördlichen Emsland auf ein solides Fundament zu stellen.
In fast allen Orten des ehemaligen Kreises Aschendorf – Hümmling sind Spuren der Arbeit des Kreisheimatvereins sichtbar. Die Gründungsziele, Verständnis für bodenständige Volkskultur zu wecken, das Brauchtum zu hegen und echte Volkskunst zu fördern, das natürliche Landschaftsbild, die Pflanzen- und Tierwelt zu pflegen und insbesondere die heimischen Baudenkmale zu erhalten, spiegeln sich vielerorts wider. Heute ist der Heimatverein Aschendorf-Hümmling Dachorganisation für 32 örtliche Heimatvereine, für den Förderverein Hüvener Mühle und der Meyer-Wellmann-Stiftung, Lorup. Fast 7.500 Heimatfreunde bilden die Plattform für die Erhaltung und Pflege der zuvor genannten Ziele.
Ein Hauptziel der Arbeit des Kreisheimatvereins ist und war die Erhaltung der heimischen Baudenkmale. Hierbei nehmen Mühlen einen ganz besonderen Stellenwert ein. Der Kreisheimatverein ist Eigentümer/Nutzungsberechtigter der einzigartigen Wind- und Wassermühle Hüven, der holländischen Durchfahrtsmühle Wippingen und der Hilter Mühle, mehr dazu siehe auch Button „Mühlen“.Digital StillCamera

Im Bild die Hüvener Wind und Wassermühle nach der Restaurierung im Jahre Die kombinierte Wind- und Wassermühle Hüven ist ein überregional bedeutsames kulturgeschichtliches Denkmal. Die damals dem Verfall preisgegebene Mühle wurde 1955 käuflich erworben. Mit einer beispielhaften Bausteinaktion wurde in den damaligen Kreisen Aschendorf-Hümmling und Meppen die Finanzierung hierfür erbracht. Die zweite große Sanierung fand in den Jahren 2005/2006 statt. Mit einem Kostenvolumen von 1,05 Mio € erfolgte eine Grundsanierung der Mühle (Außenhaut und Gründung), sowie der technischen Einrichtung und der Bau des Besucherzentrums. Am 16. 06.2006 konnte der heimischen Region wieder eine voll funktionsfähige Wind- und Wassermühle präsentiert werden. Der Förderverein Hüvener-Mühle, der sich während der Sanierungsarbeiten in Hüven im Jahre 2003 gründete, betreut dort jährlich über 2.000 Besucher und führt regelmäßig Mahltage durch.

Die aus dem Jahre 1818 stammende Hilter Mühle wurde per Erbbauvertrag am 15.05.1964 vom damaligen Besitzer Heinrich Dürken erworben. Noch im gleichen Jahr konnte die erste große Instandsetzung abgeschlossen werden, um das Bauwerk vor den weiteren Verfall zu retten.

38 Jahre später befand sich insbesondere die bauliche Substanz der Mühle auf dem Hilter Berg in einem äußerst schlechten Zustand. Ebenso waren Arbeiten an der Mühlentechnik notwendig, um wieder einen Mühlenbetrieb zu ermöglichen. In Kooperation mit der Gemeinde Lathen, mit Hilfe der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften Meppen, dem Landkreis Emsland, der Sparkassenstiftung, der VR-Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken sowie mit privaten Spenden konnten die hierfür notwendigen finanziellen Mittel in Höhe von 220.000 € aufgebracht werden. Auch hier hat sich seit dieser Zeit eine interessierte Gruppe rund um die Mühle gebildet (Hilter Mühlenfreunde) ein abwechselungsreiches Programm rund um die Mühle anbieten und die Besucher fachmännisch und mit großen Engagement betreuen

Auch die Gehlenberger Mühle wurde am 10.03.1966 mit Erbbaurechtsvertrag erworben. Gleichzeitig wurde der Beschluss gefasst, die Renovierung durchzuführen. Im August 1966 startete die Firma Mönk mit den Arbeiten. Die Einweihung konnte am 12.09.1967 gefeiert werden. Diese Mühle ist mit der Verwaltungs- und Gebietsreform an die Stadt Friesoythe übergeben worden.

Die holländische Durchfahrtsmühle Wippingen hat der Heimatverein Aschendorf-Hümmling durch Nutzungsvertrag von der Gemeinde Wippingen übernommen, die diese zuvor gekauft hatte. In einem grundbuchlich gesicherten Vertrag hat der Heimatverein sich hier verpflichtet, die Mühle und die Zuwegung zu unterhalten. Im Rahmen der Flurbereinigung war diese Mühle für annähernd 300.000 DM in Stand gesetzt worden. Im Jahre 2009 wurden hier erneut größere Arbeiten notwenig; insbesondere um wieder eine voll funktionsfähige Mühle zu erhalten. Die Kosten betrugen 115.000,– €. Damit konnte dem Heimatverein Wippingen und der örtlichen Bevölkerung am 16.03.2011 eine voll funktionsfähige Mühle übergeben werden. Damit wurde in der Mühle erstmals seit dem II Weltkrieg wieder Korn gemahlen.

1985 beschloss der Kreisheimatverein, die Wassermühle Bruneforth zu restaurieren, die wie die übrigen Objekte zu verfallen drohte. Die extrem hohen Kosten hatten viele Jahre diese Bemühungen scheitern lassen. Hier erfolgte im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) mit einem Kostenvolumen von rd. 840.000,– DM eine Grundsanierung. Im Jahre 2008 wurde der Gemeinde Stavern das Bauwerk zur Nutzung übergeben, die im gleichen Jahr die Außenanlagen mit Mühlenteich großzügig sanierten.

Sturm, Blitzschlag und andere Witterungseinflüsse sowie der Zahn der Zeit sorgen dafür, dass diese einzigartigen Baudenkmale immer wieder erhebliche Kosten verursachen. Es bleibt zu hoffen, dass des dem Verein auch in Zukunft gelingen wird, zusammen mit dem Landkreis Emsland und den betreffenden Gemeinden, diese einzigartigen Zeugen vergangener Tage für nachfolgenden Generationen zu erhalten.

Erinnert sei an das Heimatmuseum Sögel, dass 1945 während der Kampfhandlungen und den nachfolgenden Kriegswirren restlos ausgeplündert wurde. 1958 konnte der Verein ein altes Fachwerkhaus in Hüven kaufen und in Sögel an der Spahner Straße als Museum wieder aufbauen. Nur acht Jahre bestand dieses Museum, denn in der Nacht zum 14.05.1966 wurden fast 80 Kunstgegenstände geraubt. Das Museum musste geschlossen werden. Da man sich in den 60er Jahren auch entschlossen hatte, den Tourismus (Fremdenverkehr) als Vereinsziel zu definieren, entschied sich die Vereinsführung, dieses Gebäude als Ausflugslokal zu nutzen. Die Hümmlinger Teestuben wurden vom Ehepaar Hofmeister ins Leben gerufen. In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kam es zu Übernahme durch den heutigen Eigentümer.

Die alte Rheder Kirche, heue: Kreiskriegergedächtniskirche

Die aus dem späten 15. Jahrhundert stammende alte Rheder St.-Nikolaus-Kirche war, nachdem 1923 in Rhede eine neue Kirche gebaut worden war, dem Verfall preisgegeben. In den 50er Jahren entschloss sich der Verein, diese Kirche als Gedenkstätte für die Gefallenen und Vermissten der Weltkriege zu erhalten. 1958 wurde die Bevölkerung des Kreises aufgefordert, im Rahmen von Haus- und Straßensammlungen die Erhaltung zu unterstützen. Alle Städte und Gemeinden erwarben Bausteine und verlegtem im Fußboden schwarze Schieferplatten, auf denen der jeweilige Ortsname und die Zahl der Gefallenen und Vermissten vermerkt waren. Am 22.11.1964 konnte die restaurierte Kreiskriegergedächtniskirche der Öffentlichkeit übergeben werden. Im Laufe der folgenden 30 Jahre waren erhebliche Aufwendungen seitens des Vereins zu tätigen, um dieses einzigartige Baudenkmal zu erhalten. Die Leistungsfähigkeit des ehrenamtlich geführten Vereins war allerdings mit dieser Aufgabe deutlich überfordert. Mit der Übernahme dieses Bauwerks durch den Landkreis Emsland ist die dauerhafte Erhaltung und Unterhaltung gesichert. Als “zentrale Gedenkstätte für die Opfer von Gewaltherrschaft” rückt sie immer stärker in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.

Weiterhin hat der Heimatvereins in den Jahren 1985 bis 1989 in mehreren sogenannten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) besondere und ortsbildprägende Gebäude errichtet und unterhalten. Dabei wurden zeitweise bis zu 50 Mitarbeiter beim Verein beschäftigt. In diese Zeit fällt z. B. die Errichtung der Heimatbücherei mit kirchlichen Funktionsräumen in Lathen (Borromäushaus) sowie z. B. die Dorfplätze mit Glockentürmen in Stavern und Groß Berßen. Daneben wurden mit diesen Mitarbeitern, im Wesentlichen jugendliche und ältere Arbeitnehmer, Arbeiten an vielen Stellen des Vereinsgebiets durchgeführt. Ob in der Unterhaltung des Schafkovens in Börger oder auch im Außenbereich der Hilter Mühle, Arbeit gab und gibt es überall.

Der überörtlich tätige Kreisheimatverein war und ist nicht in der Lage, die örtliche Heimartarbeit direkt auszuführen. So war und ist es erklärtes Ziel der Vereinsführung, die örtlichen Initiativen zu begleiten und zu unterstützen. Zwischenzeitlich sind neben der Meyer-Wellmann-Stiftung in Lorup und dem Förderverein Hüvener–Mühle 32 örtliche Heimatvereine gegründet worden. Diese Heimatvereine bestehen in Aschendort, Berßen, Bockhorst, Börger, Breddenberg-Heidbrücken, Dörpen, Esterwegen, Fresenburg, Heede, Herbrum, Hilkenbrook, Lathen, Lahn-Ostenwalde Lehe, Lorup, Neubörger, Neusustrum, Niederlangen, Oberlangen, Papenburg, Rastdorf, Rhede, Sögel, Spahnharrenstätte Surwold, Sustrum Vrees, Walchum-Hasselbrock, Werlte, Werpeloh und Wippingen sowie das Forum Sögel e.V.

Die dem Verein zur Verfügung stehenden Mittel sind als bescheiden zu bezeichnen. Neben eigenen Mitgliedsbeiträgen fließen dem Verein aus den Zweckzahlungen der Städte und Gemeinden und des Landkreises jährlich rd. 17.000 € zu. An Zinserträgen aus dem Verkauf der Teestube sind weiterhin rd. 2.000 € verfügbar. Diese Mittel werden nach Abzug der Unterhaltungsaufwendungen für die Mühlen nahezu ausschließlich den kommunalen Vereinen zur Verfügung gestellt. In den letzten 10 Jahren konnten so deutlich mehr als 240.000 € für die Förderung der örtlichen Vereins- und Heimatarbeit verteilt werden.

Kontinuität ist ein Merkmal der Heimatarbeit, die sich im Kreisheimatverein auch in der Vereinsführung zeigt. In den vergangenen 62 Jahren sind bisher nur fünf Vorsitzende und vier Geschäftsführer zu benennen gewesen.

Vorsitzende: August Löning (Gründung bis 30.09.1966), Dr. Rudolf Knoke (01.10.1966 bis zu seinem Tod am 28.11.1967), Heinrich Jungeblut (09.05.1968 bis 14.06.1979), Dr. Hubert Hanenkamp ( 25.06.1980 – 2002), Karl-Heinz-Weber, Lathen, ( seit 2002)

Geschäftsführer: Dr. Elisabeth Schlicht (01.04.1951 bis 31.12.1952), Hans Engeln (19.02.1954 bis 31.05.1983), Karl-Heinz Weber ( 01.06.1983 – 2002), Hans Albers ( seit 2002 ).

August Löning, Lathen gründete den Kreisheimatverein

Hans Engeln war fast 30 Jahre als Geschäftsführer ehrenamtlich tätig

Dr. Hubert Hanekamp leitete die Geschicke des Vereins über 20 Jahre.

Der Geschäftsführende Vorstand im Jubiläumsjahr 2001 ( 50jähriges Bestehen): v.l.n.r.: Klaus Stricker, Hubert Hanenkamp und Geschäftsführer Karl-Heinz Weber

Wichtige Aufgaben im aktuellen Vorstand des Kreisheimatvereins haben: 1. Vorsitzender Karl-Heinz Weber, 2.  Vorsitzender Hans Grönloh und Geschäftsführer Hans Albers